Aktuelles

Veranstaltungsfolder – Sexismus Rassismus Homophobie

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Feier zur 50. Innsbrucker Gender Lecture mit Paula-Irene Villa

„Grab’ em by the Pussy und Michelle Obamas Arme. Soziologische Überlegungen zur intersektionalen Biopolitik eines neuen Kulturkampfs“

Paula-Irene Villa, Professorin am Institut für Soziologie/Gender-Studies, Ludwig-Maximilians Universität München

Kommentar: Landesrätin Christine Baur, Land Tirol
Moderation: Nikita Dhawan, Leiterin der FP Geschlechterforschung, Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck

Datum: Dienstag, 27. Juni 2017
Zeit: 19-21 Uhr
Ort: SOWI, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck, Hörsaal 1

Der Vortrag will die biopolitischen – genauer: somatischen – Seiten der zwei politischen Kulturen ausleuchten, die sich in den USA, aber auch in Europa, in den Obama- und Trump- Regierungen gewissermaßen zeigen. An Michelle Obamas Armen lässt sich nach Paula-Irene Villa der Versuch nachvollziehen, eine eigentlich unmögliche, von Monstrositäten bedrohte intersektionale politische Sichtbarkeit zu navigieren. An Trumps Performance lässt sich wiederum die Aufwertung und Legitimierung einer ‚toxic masculinity‘ diskutieren, deren auch politische Rhetorik einer Eroberungs- und Siegeslogik folgt.

Organisation: Nikita Dhawan und Marion Jarosch

In Kooperation mit der Forschungsplattform Geschlechterforschung (www.uibk.ac.at/geschlechterforschung) und Radio Freirad (www.freirad.at)


Dinner for Interaction: Zwei Seminararbeiten im Gespräch und ein Dinner zum „verdauen“

PRÄSENTATIONEN & DISKUSSIONEN

Datum: 29. März 2017
Beginn: 17:20 Uhr
Ort: SOWI, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck, Seminarraum 4, 2. Stock West

Sexualität und Nation – eine machtvolle Verstrickung: Wann und warum werden stereotype Geschlechterbilder gezielt hochgehalten? Welche Ein- und Ausschlüsse werden dadurch re_produziert und welche Orte der Partizipation eröffnen sich?

Ebenso facettenreich ist die Verschränkung von Rassismus und Sexismus. Die Silvesternacht von Köln hat eine erneute scheinbare Überlegenheit anhand sexistischer und rassistischer Diskurse entfacht. Inwiefern trägt das Wissen über Machtverhältnisse zur kritischen Reflexion bei? Wie reflektiert sind w_ihr?

Die Präsentationen von Yvonne Rauter und Philipp Dahlmann schaffen Raum für einen praxisorientierten, perspektivenreichen interdisziplinären Austausch.

Eine Veranstaltung des Vereins Netzwerk Geschlechterforschung, der StV & BaGru Gender, Kultur und Sozialer Wandel; Frauen aus allen Ländern

Moderation: Mag.a Derya Kurtoglu Erziehungswissenschaftlerin
Organisation: Lydia Kremslehner und Daniela Schwienbacher
Kochteam: Frauen aus allen Ländern und StV&BaGru Gender, Kultur und Sozialer Wandel

Ab 19:40 gemeinsames Dinner mit Open End

Anmeldungen und Informationen bzgl. Allergien oder Unverträglichkeiten werden bis zum 22. März 2017 unter stv-gender-oeh@uibk.ac.at entgegengenommen.

Yvonne Rauter ist Studentin des interfakultären MA Gender, Kultur und Sozialer Wandel und des MA Philosophie. Sie stellt ihre Seminararbeit zum Thema Sexualität und der Nation(al)-Staat. Zusammenhänge und gegenseitige Beeinflussung vor.

Philipp Dahlmann ist Student_in des interfakultären MA Gender, Kultur und Sozialer Wandel. Philipp spricht über den Dualismus von Sexismus und Rassismus.


„Homophob sind vor allem die Anderen?“ Kritische Überlegungen zu den komplexen Verstrickungen von Rassismus, Homophobie und Heteronormativität 

VORTRAG VON CHRISTINE M. KLAPEER

Datum: Dienstag, 21. März 2017
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Institut für Erziehungswissenschaft, 6020 Innsbruck, Liebeneggstraße 8, Kursraum

In aktuellen Debatten wird Homophobie zunehmend mit der Figur eines (muslimischen) Migranten verbunden oder jenseits eines als ‚aufgeklärt‘ oder ‚homotolerant‘ imaginierten Europas verortet. In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, warum Homophobie (auch innerhalb vieler LGBTIQ Communities) zunehmend externalisiert wird und welche historischen Genealogien sich in Bezug auf diese (erneute) Stilisierung ‚des Westens‘ zum Model für (sexuelle) ‚Entwicklung‘ und ‚Modernität‘ konstatieren lassen. Auf der Basis einer postkolonialen und queeren Herangehensweise spürt Christine Klapeer den komplexen Verstrickungen zwischen Rassismus, Homophobie und Heteronormativität in Vergangenheit und Gegenwart nach und fragt nach der politischen Funktion und den Effekten einer verstärkten ‚Kulturalisierung‘ von Homophobie. Dabei wird auch diskutiert, inwieweit sich dadurch die Deutungsmuster für die vielfältigen Formen von Gewalt gegen LGBTIQs verengen, da diese Gewalt unabhängig vom jeweiligen (geopolitischen) Kontext, vorwiegend als Ausdruck einer ‚rückständigen‘ Weltsicht lesbar und anerkannt (gemacht) wird.

Eine Veranstaltung des Vereins Netzwerk Geschlechterforschung in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaft und dem ARCHFEM.

Organisation und Moderation: Mar_ry Anegg und Anna- Sophia Bahl

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion: Gemütliches get-together.

Christine M. Klapeer, promovierte Politikwissenschaftlerin, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bereich Gender/Queer Studies an der Universität Bayreuth und Dozentin für postkoloniale und kritische Entwicklungsforschung am Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien. Aktuell forscht sie zu Verhandlungen von LGBTIQ Rechten in der Entwicklungspolitik sowie zu transnationalen queeren Politiken und Bewegungen.

Aktuelle Publikationen:

(im Erscheinen): „Queering development in homotransnationalist times: A postcolonial reading of LGBTIQ inclusive development agendas”, in: Lambda Nordica – Nordic Journal für LGBTQ Studies, Special Issue on Postcolonial Queer Europe (im Erscheinen).

„LGBTIQ-Rechte als ‚Entwicklungsbarometer‘? Ambivalenzen einer Sprache und Politik der sexuellen Menschenrechte im entwicklungspolitischen Kontext. In: Leicht, Imke et al. (Hg.): Feministische Kritiken und Menschenrechte. Reflexionen auf ein produktives Spannungsverhältnis, 2016, Opladen: Verlag Barbara Budrich, 95-112.


Women Welcome? Ankommen in Österreich aus der Sicht von Frauen auf der Flucht

WORKSHOP

Datum: Dienstag, 21. Februar 2017
Zeit: 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Autonomes FrauenLesbenzentrum, 6020 Innsbruck, Liebeneggstraße 15

Welche Rolle spielen Rassismus, Sexismus und Homophobie für Frauen, die nach Österreich/Tirol kommen? Was wird von ihnen erwartet, was wird ihnen zugemutet und mit welchen Zuschreibungen sind sie konfrontiert?

Welche Unterstützung brauchen Frauen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten? In welcher Weise berücksichtigen die lokalen (Beratungs-) Einrichtungen die speziellen Bedürfnisse von Frauen? Wie können Wissenschaft und Praxen der Zusammenarbeit mit geflüchteten Frauen einander konstruktiv fördern?

Mit einem Input über Beratung aus migrationspädagogischer und geschlechtertheoretischer Perspektive führt Kerstin Hazibar in die Veranstaltung ein. Nuran Ekingen berichtet von ihrer Arbeit mit Frauen aus vielen Ländern. Die Diskussion mit dem Publikum wird in Form einer partizipativen Expertinnenrunde geführt. Die Teilnehmerinnen sind eingeladen, ihre theoretischen und praktischen Erkenntnisse (mit) zu teilen und damit eine gemeinsame (selbst)kritische Reflexion zu ermöglichen.

Eine Veranstaltung des Vereins Netzwerk Geschlechterforschung in Kooperation mit der Forschungsgruppe „Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften“ der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung und dem Autonomen FrauenLesbenzentrum Innsbruck.

Moderation: Itta Tenschert
Organisation: Gabi Dallinger König, Marion Jarosch, Itta Tenschert, Andrea Urthaler

Das Autonome FrauenLesbenZentrum ist ein Frauenraum, daher Einlass nur für Frauen/Women only!

Nuran Ekingen: Autorin, Sozialarbeiterin, Obfrau der Plattform Rechtsberatung für Menschenrechte Innsbruck. Geboren in Dyabakir, Studium der Politikwissenschaft in Istanbul, 2002 Flucht nach Österreich, Studium der Sozialen Arbeit am MCI Innsbruck, als Sozialarbeiterin tätig in verschiedenen Fraueneinrichtungen in Innsbruck, derzeit: Wohnprojekt der Diakonie.

Kerstin Hazibar: wissenschaftliche Mitarbeit und Lehre beim Lehrstuhl „Migration und Bildung“ Institut für Erziehungswissenschaften in Innsbruck und Sprecherin der Forschungsgruppe „Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften“ der Interfakultären Forschungsplattform. In ihrem Dissertationsprojekt beschäftigt sie sich mit Beratung aus migrationspädagogischer und geschlechtertheoretischer Perspektive.